Fachwirt im Gesundheits und Sozialwesen

Tätigkeitsbeispiele

Ein/e Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen übernimmt in verschiedenen Bereichen und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens (insbesondere in ambulanten, stationären und teilstationären Einrichtungen, Organisationen, Institutionen und Verbänden), Organisations- und Führungsaufgaben.

Umfassende Berufserfahrung und diese praxisorientierte Fortbildung machen ihn/sie zum Branchenspezialisten.

Ein/e Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen ...

  • erstellt Finanzierungspläne für Investitionsvorhaben
  • optimiert Arbeitsabläufe und Kommunikationsprozesse
  • betreibt Öffentlichkeitsarbeit und pflegt Kontakte zu Kunden, Trägereinrichtungen und Behörden
  • übernimmt die Kostenrechnung und das Controlling
  • plant den Personaleinsatz und organisiert Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
  • führt Marktanalysen durch und entwickelt Marketingkonzepte
  • leitet und motiviert Auszubildende, Mitarbeiter und Teams

Wesentliche Qualifikationsinhalte

Unternehmensorganisation und -führung:

  • Aufbau- und Ablauforganisation
  • Teamarbeit
  • Organisationsentwicklung
  • Strategische und operative Planung
  • Projektmanagement
  • Qualitätsmanagement
  • Gestalten und Optimieren von Prozessen
  • Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz
  • Risikomanagement
  • Interdisziplinäre Kooperationsbeziehungen

Marketingmanagement

  • Vertriebs- und Marketingmanagement

Rechnungswesen, Controlling

  • Buchführung und Bilanzierung
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Controlling, Kennzahlen
  • Investitionsplanung und -management
  • Finanzmanagement
  • Finanzierung des Gesundheits- und Sozialwesens

Personalmanagement, betriebliche Ausbildung

  • Personalplanung und -beschaffung
  • Personalentwicklung
  • Personalführung
  • Mitarbeiterförderung
  • Ausbildung

Information, Kommunikation und Kooperation

  • Wissensmanagement
  • Informationstechnologie
  • Zeit- und Selbstmanagement
  • Kreativitäts- und Entscheidungstechniken
  • Kommunikation und Konfliktmanagement

Volks- und Außenwirtschaftslehre

  • Wirtschaftsordnungen
  • Preisbildung auf Märkten
  • Prozess- und ordnungspolitische Entscheidungen
  • Sozialstaatprinzip
  • Europäischer Binnenmark
  • Organisationen im Außenhandel

Recht

  • Rechtsformen von Unternehmen
  • Haftungsansprüche
  • Aufsichtsbehörden und Verwaltungsakte

Zulassung zur Prüfung

(1) Zur Prüfung ist zuzulassen*, wer

  1. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anerkannten nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten kaufmännischen, verwaltenden, medizinischen oder handwerklichen Ausbildungsberuf des Gesundheits- und Sozialwesens und danach eine mindestens einjährige Berufspraxis oder
  2. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem bundesrechtlich geregelten Beruf im Gesundheitswesen oder einem dreijährigen landesrechtlich geregelten Beruf im Gesundheits- und Sozialwesen und eine mindestens einjährige Berufspraxis oder
  3. ein mit Erfolg abgeschlossenes einschlägiges Hochschulstudium und eine mindestens zweijährige Berufspraxis oder
  4. eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem sonstigen anerkannten kaufmännischen, verwaltenden oder hauswirtschaftlichen Ausbildungsberuf und danach eine mindestens zweijährige Berufspraxis oder
  5. eine mindestens fünfjährige Berufspraxis nachweist.

(2) Die Berufspraxis nach Absatz 1 muss inhaltlich wesentliche Bezüge zu den in § 1 Absatz 2 genannten Aufgaben haben. Dabei sind auch ehrenamtliche Tätigkeiten zu berücksichtigen.

(3) Abweichend von Absatz 1 ist zur Prüfung auch zuzulassen, wer durch Vorlage von Zeugnissen oder auf andere Weise glaubhaft macht, Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) erworben zu haben, die die Zulassung zur Prüfung rechtfertigen.

* Alle oben genannten Auszüge aus der Rechtsverordnung sind unverbindlich. Eine verbindliche Zulassungsprüfung führt nur die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) durch.

Alternative Wirtschaftsfachwirt

Der IHK-geprüfte Abschluss Wirtschaftsfachwirt ist in einigen Fällen eine sinnvolle Alternative zu dem Abschluss Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen.

Der Wirtschaftsfachwirt ist die am häufigsten gewählte Fortbildung in der Kategorie "Fachwirte".

Der Vorteil dieser Qualifikation liegt in der inhaltlichen Breite, die einen leichten Wechsel der Branche auf der mittleren Führungsebene ermöglicht.

Natürlich erreicht der Wirtschaftsfachwirt in keinem Fall den Spezialisierungsgrad des Fachwirtes im Gesundheits- und Sozialwesen.

Hier gelangen Sie zur Lehrgangsbeschreibung für den Wirtschaftsfachwirt.