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Das neue Aufstiegs-BAföG

Aufstiegs-BAföG fördert die Aufstiegsweiterbildung auf drei Ausbildungsstufen. Wie hoch ist das neue Aufstiegs-BAföG und wer bekommt es?

Die Lebensqualität eines Landes wird stark vom Wohlstand und dessen Verteilung in der Bevölkerung beeinflusst. Und so gilt auch die Chance, beruflich aufzusteigen und davon persönlich und finanziell zu profitieren, als ein wichtiger Faktor, um die Lebensqualität in einer Gesellschaft zu bestimmen.

Die Förderung nach Bundesausbildungsförderungsgesetz - kurz BAföG - ist in diesem Rahmen ein Mittel, welches den Aufstieg ohne Ersparnisse, hohes Einkommen oder eine spendable Familie ermöglichen soll. Bildung wird dadurch der breiten Bevölkerung unter guten Bedingungen und ohne Schuldenfalle zugänglich.

Und das mit Erfolg: Laut Statistischem Bundesamt und Deutschem Industrie und Handelskammertag (DIHK) wurden in den Jahren 2018 und 2019 je 167.000 Personen durch Aufstiegs-BAföG gefördert. Insgesamt gibt es etwa 700 förderfähige Aufstiegsweiterbildungen, die mit dem sogenannten AFBG gefördert werden.

Das neue Aufstiegs-BAföG

Mit dem neuen Aufstiegs-BAföG, welches August 2020 in Kraft getreten ist, sollte der Antrag auf AFBG erleichtert und die Summe der Förderung in vielen Fällen erhöht werden. Auch die Bedingungen für die Rückzahlung haben sich geändert. Das Ziel war es, die Förderung noch attraktiver zu gestalten und den beruflichen Aufstieg zu erleichtern.

Aufstiegs-BAföG ersetzt Meister-BAföG

Als erste staatliche Förderung für die Aufstiegsfortbildung zum Meister wurde das Meister-BAföG 1996 ins Leben gerufen. Die Bezeichnung Meister-BAföG gilt heute als überholt. Nach zahlreichen Änderungen und Verbesserungen wurde die alte Bezeichnung ersetzt und das Meister-BAföG ist heute als Aufstiegs-BAföG bekannt. Grund dafür sind die modernen Anforderungen an die Wirtschaft und die Hierarchien in Unternehmen von heute.

Die Fortbildung zum Meister macht nur noch einen Teil der Aufstiegsweiterbildungen aus, weswegen das Meister-BAföG allgemein durch das Aufstiegs-BAföG ersetzt wurde. Ob Industriemeister, Fachwirt oder Betriebswirt: Das moderne BAföG ist die universelle Lösung für alle Anforderungen der Förderung beim beruflichen Aufstieg. Der Anteil der Meister, die Aufstiegs-BAföG beantragen, ist nach wie vor groß. Im Jahr 2018 war laut Bundesamt für Bildung und Forschung der geprüfte Industriemeister Metall mit 11.434 Teilnehmern nach dem staatlich geprüften Ausbilder auf Platz zwei der geförderten Maßnahmen.
 

Wer kann Aufstiegs-BAföG bekommen?

Das neue Aufstiegs-BAföG steht Absolventen einer Weiterbildung auf drei Weiterbildungsstufen zur Verfügung.

  • Geprüfte Berufsspezialisten (Geprüfter Erzieher, Geprüfter Techniker)
  • Bachelor Professional (Industriemeister, Fachwirt, Technischer Fachwirt)
  • Master Professional (Betriebswirt, Technischer Betriebswirt)

Aufstiegs-BAföG können alle erhalten, die sich auf erster Stufe einer Aufstiegsfortbildung qualifizieren oder sogar eine Fortbildung im Anschluss an die erste Maßnahme wahrnehmen wollen. Aufstiegs-BAföG Voraussetzungen sind, dass anerkannte Kurse in Teilzeit oder Vollzeit wahrgenommen werden, die einen entsprechenden Abschluss als Ziel der Aufstiegsfortbildung haben.

Mindestlaufzeiten, Unterrichtseinheiten und eine bestimmte Dauer sind vorgegeben, diese werden von anerkannten Institutionen, welche beispielsweise eine Lehre Hand in Hand mit der IHK gestalten, eingehalten. Die Teilnahme einer Aufstiegsweiterbildung aus dem Angebot der IFM qualifiziert Sie für den Erhalt von Aufstiegs-BAföG. Ob Fachwirt, Betriebswirt oder Meister - BAföG Anträge werden von unseren Lehrkräften bereitgestellt und es erfolgt die volle und individuelle Unterstützung beim Antrag auf Aufstiegs-BAföG.

Wie viel Aufstiegs-BAföG wird gezahlt?

Die Höhe der Förderung nach AFBG beinhaltet die Förderung der Fortbildungskosten, der anteilig zurückgezahlt werden muss und eine Förderung für den Unterhalt, die nicht zurückgezahlt werden muss.

Aufstiegs-BAföG und Fortbildungskosten

Die Fortbildungskosten mit einer maximalen Höhe von 15.000,00 Euro werden dabei zu 50 Prozent bezuschusst. Für die zweite Hälfte der Kosten erhalten Sie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Angebot für ein Bankdarlehen Meister erhalten zusätzlich einen Zuschuss für die Materialkosten des Meisterstücks. Die besondere Leistung des Meister-BAföG darf die Kosten von maximal 2.000 Euro beantragen. Kosten des Meisterstücks werden dabei anteilig zu 50 Prozent gefördert.

Neben der Kosten für die Prüfungsgebühren wird ein Beitrag zur Deckung des Lebensunterhalts geleistet. Dieser wird bei Vollzeit-Fortbildungen gezahlt und wird zu 100 Prozent bezuschusst. Aufstiegs-BAföG und Lebensunterhalt während der Fortbildung. 

Der AFBG-Betrag für die Deckung des Lebensunterhalts besteht aus bis zu:

  • 892,00 Euro für Teilnehmende,
  • 235,00 Euro für Verheiratete oder Verpartnerte
  • 235,00 Euro je Kind
  • 150,00 Euro pauschale Betreuungsgebühr für Alleinerziehende.

Weitere Voraussetzungen sind, dass dasVermögen den Betrag von 45.000,- Euro nicht übersteigt (je Kind Erhöhung um 2.300,00 Euro, für Partner 2.300,- Euro).

Anrechnungsfrei sind das Vermögen des Partners, angemessene und selbst genutzte Immobilien sowie das selbst genutzte Kraftfahrzeug. Die Einkommensfreibeträge sind stark begrenzt.

  • Freibetrag: 290,00 Euro oder 450,00 Euro Minijob (Berücksichtigung Werbungskosten- und Sozialpauschale)
  • Erhöhung bei Partner: 630,00 Euro
  • Erhöhung je Kind: 570,00 Euro

Das Einkommen des Partners wird ab eine Höhe von 1.260,00 Euro angerechnet. Alle Werte entsprechen der im August 2020 in Kraft getretenen Erneuerung des Aufstiegs-BAföGs (AFBG-Gesetz). Weitere Informationen zur Höhe des Aufstiegs-BAföG (externes Angebot).

Aufstiegs-BAföG berechnen mit BAföG Rechner

Sie wollen Ihren individuellen Förderungsbetrag nach Aufstiegs-Bafög berechnen? Mit dem offiziellen Aufstiegs-BAföG Rechner des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhalten Sie eine praktische Hilfestellung für die Abschätzung der Höhe der Förderung. Zum Förderrechner für Ihr Aufstiegs-BAföG (externes Angebot des BMBF)

Förderung für berufsbegleitende Teilzeitmaßnahme

Berufsbegleitende Aufstiegsfortbildungen sind dann die richtige Wahl, wenn die Höhe der Förderung für den Lebensunterhalt nicht genügt. Dies kann dann der Grund sein, wenn das Einkommen des Partners so hoch ist, dass keine Förderung mehr möglich ist oder die Lebenshaltungskosten bereits mit dem Gehalt aus der Vollzeitbeschäftigung gedeckt werden und der Anteil des Aufstiegs-BAföG für die Deckung der Kosten nicht genügt.
Die Förderung durch Aufstiegs-BAföG für die Fortbildung in Teilzeit bezieht sich dann auf die Förderung der Prüfungsgebühr.

Vorteile der Förderung einer Teilzeit-Fortbildung sind:

  • auf das Gehalt muss nicht verzichtet werden
  • lückenlose Präsenz am Arbeitsplatz
  • nahtloser Übergang bei Weiterbeschäftigung
  • hohe Lebenshaltungskosten können gedeckt werden

Was muss zurückgezahlt werden?

Zurückgezahlt werden muss die Hälfte der Kosten des Kurses, die von der KFW Bank als Darlehen bezuschusst wurden. Der Bestehenserlass nach dem neuen Aufstiegs-BAföG reduziert die Höhe der Rückzahlung nochmals um die Hälfte. Einen weiteren Einfluss auf die Rückzahlung hat die Höhe des Einkommens nach dem Kurs.

Besonders attraktiv werden die Bedingungen, wenn nach der Fortbildung ein Unternehmen gegründet wird. Erfolgt drei Jahre nach dem Bestehen der Prüfung die Gründung oder Übernahme eines Unternehmens, entfällt die Rückzahlung des Darlehens für die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren.

Neues Aufstiegs-BAföG: die bessere Förderung

Während das alte Meister-BAföG von vielen als kompliziert gesehen wurde und dadurch abschreckend galt, soll das neue Aufstiegs-BAföG den beruflichen Aufstieg erleichtern. Vorteile genießen alle, die ihren beruflichen Status verbessern möchten.

Wie erfolgreich das bessere Aufstiegs-BAföG wirklich ist, wird sich mit den Daten zur Förderung der Fortbildung in den nächsten Jahren zeigen. Die höhere Förderung und die guten Konditionen der Rückzahlung des Darlehens dürften das Interesse an einer beruflichen Verbesserung erhöhen und allen, die sich beruflich verändern und eine Karriere planen, eine große Hilfe sein.

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