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Häufigsten Gründe für eine Bewerbungsabsage

Leider müssen wir Ihnen mitteilen... Gründe für eine Bewerbungsabsage können an fehlenden Qualifikationen, Formfehlern oder einfach daran liegen, dass ein Bewerber ungeeignet ist. Doch nicht immer teilen Unternehmen und Personalabteilung die wahren Gründe für die Absage einer Bewerbung mit. Denn das könnte rechtliche Konsequenzen haben. 

 

Wie gehen Sie damit um, wenn Ihre Bewerbungsunterlagen einfach zurückgesendet werden und die Flut an negativen Nachrichten den Bewerbungsprozess langsam zur Belastung anwachsen? Neben den häufigsten Gründen für Bewerbungsabsagen zeigen wir Ihnen Möglichkeiten, wie Sie Fehler in Ihrer Bewerbung und wo Sie Hilfe für die Bewerbung finden.

Was sind die Top Gründe für Bewerbungsabsagen? Warum blieben die wahren Gründe für die Absage manchmal ein Geheimnis und wie gehen Sie produktiv mit Bewerbungsabsagen um?

Die häufigsten Gründe für Bewerbungsabsagen

Bewerbungen sind die Eintrittskarte in Unternehmen. Doch da auf eine Stellenausschreibung nur eine Zusage und viele Absagen kommen, ist es sehr viel wahrscheinlicher, für eine Bewerbung eine Absage zu erhalten. Dabei ergibt das Bewerbungsverfahren mit Ausschreibung, Prüfung der Bewerbungsunterlagen und persönlichen Gesprächen sowie Eignungstest eine Einheit aus Anforderungen der Personalsuche. Als Regelwerk für die Beurteilung der Tauglichkeit von Bewerbern gibt die DIN 33430:2016-07 ein Regelwerk für die Beurteilung der für einen Beruf notwendigen Fähigkeiten vor.

Aus Perspektive der Personaler, Recruiter oder Manager, und diese ist auch für Bewerber erfolgsentscheidend, ist der Bewerbungsprozess mit viel Arbeit verbunden. In großen Unternehmen bleibt pro Bewerbung weniger als eine Minute Zeit, in der die Entscheidung fällt, die Bewerbungsunterlagen zurückzusenden.

Das kann beispielsweise passieren, wenn in einem kaufmännischen Beruf schon im Anschreiben grob gegen Formalien verstoßen wird oder sich im Kopf des Anschreibens peinliche Fehler durch Achtlosigkeit der Bewerber ergeben. Ob die Qualifikationen vielleicht sogar zur Stelle passen würden, bleibt dabei manchmal sogar außen vor.

Bewerbungsabsage – Rechten und Pflichten

Mit Eingang der Bewerbung beim Unternehmen beginnt für Unternehmen eine Reihe von Verantwortungen. Diese endet mit der Absage der Bewerbung und der Rücksendung der Bewerbungsunterlagen. Während des Bewerbungsprozesses müssen Daten unter der entsprechenden Geheimhaltung behandelt werden. Es wird empfohlen, Daten der Bewerber für etwa sechs Monate aufzubewahren.

Begründung für Absage nicht erforderlich

Es ist nicht unbedingt erforderlich, die Absage auf eine Bewerbung zu begründen. Lediglich bei Bewerbern mit schwerer Behinderung bestehen gesonderte Ausnahmen. Und so werden die meisten Unternehmen Ihnen aus Gründen der Zeitersparnis auch keine geben. Auf eine Nachfrage zur Begründung der Absage reagieren jedoch die meisten Unternehmen, um eventuelle Gründe der Diskriminierung auszuschließen. Es genügt dabei, wenn die Begründung neutral erfolgt.

Top 10 Gründe für Bewerbungsabsage

Beim Blick auf wirklich schlechte Bewerbungen muss man manchmal schmunzeln. Während es in einigen Fällen so scheint, als hätten Bewerber überhaupt kein Interesse an der Stelle und hätten die Bewerbung nur versendet, um diese dem Arbeitsamt vorzuweisen, können Bewerber auf der anderen Seite auch durch Unwissenheit oder Unkreativität abgelehnt werden. Das sind häufige Gründe, warum Bewerbungen abgelehnt werden.

Formfehler bei Bewerbung

In kaufmännischen, verwaltenden Berufen und allen Stellen und Aufgaben, die mit Bürotätigkeit oder Management verwandt sind, wird ein besonderer Blick auf die Formalien der Bewerbung gelegt. Vorschriften dazu gibt es offiziell nicht, doch wird im Schriftverkehr die offizielle Norm DIN 5008 bevorzugt.

Auch zu extravagante Schriftarten oder eine Kombination aus zu vielen Schriftarten kann Personaler abschrecken. Wenn die hundertste Bewerbung am Tag vorliegt, bevorzugt jeder Übersichtlichkeit.

Peinliche Fehler in der Adresse oder im Firmennamen können ein Grund sein, die Bewerbung direkt abzusagen.

Grammatik und Orthografie fehlerhaft

Niemand muss mit Kommas jonglieren und jede Rechtschreibregel aus dem Duden im Schlaf vorbeten können. Doch in einem Bewerbungsschreiben, in dem Sie von sich überzeugen müssen, sollten die Grundlagen funktionieren. Peinliche Rechtschreibfehler, Leerzeichen vor Satzzeichen oder durchgehende Kleinschreibung mögen in einigen Berufen nichts über die Qualität der Arbeit aussagen, doch sprechen sie Bände über die Bewerber.

Nutzen Sie Rechtschreibhilfen zusätzlich zur Rechtschreibprüfung ihres Computerprogramms. Verwenden Sie einfache Satzkonstruktionen und lassen Sie Personen mit guten Deutschkenntnissen wichtige Bewerbungen durchlesen.

Bewerbung bleibt nicht in Erinnerung

Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit bewerbe ich mich um die Stelle zum, mein Name ist... Langweilige Standardfloskeln gehen irgendwann in der Menge der Bewerbungen unter und auf die Nerven. Überlegen Sie sich, wie Sie die Erinnerung zum Blickfang machen und durch Formulierungen oder Gestaltung in Erinnerung bleiben.

Fehlender Blickfang

Eine ansprechende Bewerbungsmappe, gutes Deckblatt und einheitliche Designs machen bei der Bewerbung ein angenehmes Bild. Farben und Gestaltung der Bewerbung können zur Corporate Identity der Firma passen.

Kostenlose Design-Anwendungen wie Canva helfen mit Inspiration und Formatvorlagen, die aus dem Schwarz-Weiß-Standard ausbrechen und vor dem “Bewerbung abgelehnt”-Stapel bewahren.

Mangel an Kreativität 

Nicht immer muss mit Kreativität Form und Farbe gemeint sein. An der Art der Formulierungen kann jeder erkennen, ob Sie Zeit in die Bewerbung gesteckt haben oder diese aus Standardformulierungen zusammengesetzt haben, die für verschiedene Unternehmen Einsatz finden könnten.

Der praktische Gedanke ist am Arbeitsplatz zwar oft lobenswert, doch fehlt es Ihrer Bewerbung an Überzeugung und Individualität, wird die Bewerbungsabsage immer wahrscheinlicher. Nur maßgeschneiderte Bewerbungen haben wirklich eine Chance.

Schlechtes Bewerbungsanschreiben

In vielen Ländern gehören Bewerbungsanschreiben der Vergangenheit an. Dabei gibt es gute Gründe, am Bewerbungsanschreiben festzuhalten. Schließlich ermöglicht es eine besser Auskunft über den Charakter der Bewerbung als ein tabellarischer Lebenslauf. Nutzen Sie besonders im Bewerbungsanschreiben Formulierungen, die in Erinnerung bleiben und achten Sie darauf, nicht in der egozentrischen Perspektive und im Präteritum zu schreiben. Das langweilt Recruiter und sorgt dafür, dass Ihre Chancen sich verringern und Sie eine Absage für die Bewerbung erhalten.

Bewerberprofil passt nicht

Manchmal passt man einfach nicht in das Team, die Berufserfahrungen passen nicht zur gewünschten Stelle oder irgendetwas anderes stimmt nicht mit den Erwartungen an den neuen Mitarbeiter überein. In diesem Fall bleibt der wahre Grund für die Absage der Bewerbung meist intern, um Vorwürfe der Diskriminierung zu vermeiden.

Zeugnisse sind zu schlecht, fehlende Erfahrung

Wenn die Qualifikation nicht genügt, führt das sicher zur Bewerbungsabsage. Obwohl in Bewerbungen die Qualifikationen genannt werden, kommt dieser Grund für das Ausscheiden häufig vor. Schließlich gibt es andere Bewerber, die einfach besser passen, bessere Noten haben oder deren Erfahrung Ihre übersteigen.

Einen besonderen Wert haben die aktuellsten Zeugnisnoten, was eine gute Qualifikation durch eine Weiterbildung für die Bewertung wichtiger macht als die Schulzeugnisse oder alten Noten auf dem Zeugnis der IHK-Ausbildung.

Überqualifizierung

Überqualifizierte Mitarbeiter können dazu neigen, sich lieber anderen Aufgaben zu widmen als auf dem Niveau der Position zu erledigen sind. Auch Unstimmigkeiten im Team, Unzufriedenheit mit der Tätigkeit bis hin zum Burn-Out können die Folge der Überqualifizierung sein. Wobei gute Noten und Qualifikationen selten ein Grund sind, komplett abgelehnt zu werden, sofern es gute Gründe gibt, warum man mit höherer Qualifikation einer bestimmten Tätigkeit nachgehen möchte.

Alter, Geschlecht und Co.

Eine Bewerbungsabsage, die auf das Alter, das Geschlecht, die Herkunft oder religiöse Anschauungen zurückzuführen ist, ist gesetzlich nicht zulässig, doch gehört diese in manchen Unternehmen noch immer zum Alltag.

In vielen Fällen ist dies darauf zurückzuführen, dass für ein junges Team ein ebenso junger Nachwuchs gesucht wird oder ein Unternehmen gezielt Verkäuferinnen einsetzen möchte und diese bevorzugt werden. 

In manchen Unternehmen soll auch die Herkunft der Bewerber eine Rolle spielen. Die Faktoren der Diskriminierung sind so schwerwiegend, dass manche sich für die Pflicht zur anonymen Bewerbung aussprechen.

Wer hilft bei der Bewerbung?

Um Fehler in der Bewerbung zu finden, ist die Bundesagentur für Arbeit ein guter Ansprechpartner. 

Neben Tipps für die Bewerbung sind fallbezogen auch Bewerbungstrainings und weitere Informationen bei Ihrem Ansprechpartner der Bundesagentur für Arbeit verfügbar.

Klage gegen Bewerbungsabsage?

Eine Klage gegen die Bewerbungsabsage ist dann möglich, wenn es sich um eine Diskriminierung handelt. Geklagt wird dann nicht auf die Einstellung im Unternehmen. Für Diskriminierung können Bewerber Schadenersatz einklagen.

Bei diesem Vorgang müssen verschiedene Fristen nach Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und Vorgaben zur Form nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) beachtet werden.

Bewerbungsabsage - wahre Gründe bleiben meist verborgen

Wie die Vorgaben der Suche nach neuen Mitarbeitern aussehen, wissen meist nur die Verantwortlichen. Teilweise ist dies nachvollziehbar: Auf der Suche nach neuen Mitarbeitern, die eng mit einem vorhandenen Team agieren müssen, soll wirklich alles passen. Leider spielen bei dieser Auswahl auch Gründe eine Rolle, für die Bewerber nichts können und die auch nicht mit Leistung zusammenhängen.

Verfahren wie die anonymisierte Bewerbung könnten eine gute Abhilfe schaffen, doch scheinen an einigen Stellen nicht wirklich gewünscht zu werden. Auch Arbeitgeber, die Bewerber ehrlich und nach Gleichbehandlungsgesetz beurteilen, achten auf die gesetzliche Angreifbarkeit. Weswegen der Trend zur unbegründeten Absage für eine Bewerbung überhandnimmt und auch auf Nachfrage nur sehr allgemeine Gründe genannt werden.

Schließlich ist das gesetzlich zulässig. Eine Auskunft darüber, woran es bei der eigenen Bewerbung scheitern könnte, geben Freunde, Bekannte und die Bundesagentur für Arbeit. Bei der Suche nach Stellen achten Sie darauf, dass Ihre Qualifikationen und Erfahrungen mit der Stellenbeschreibung übereinstimmen. Das Prinzip des lebenslangen Lernens kann dabei helfen, den Lebenslauf mit neuen Qualifikationen zu ergänzen und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. So erweitert eine Fortbildung mit der Qualifikation auf Bachelorniveau oder Masterniveau branchenübergreifend den Einsatzbereich.

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