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Kein Job nach dem Studium? So gelingt der Berufseinstieg

Der Berufseinstieg nach dem Studium kann im Schnitt einige Monate dauern. Was hilft, wenn die Arbeitslosigkeit zur Belastung wird? Mit dem Bachelor oder Masterabschluss wird der Stress der vergangenen Semester mit all den Klausuren, Hausarbeiten und Seminare von frischem Rückenwind abgelöst.

Doch manchmal stellt sich mit der anschließenden Arbeitslosigkeit eine Ungewissheit ein, die manche über Jahre belasten kann. Endlich das Studium beendet - doch was kommt jetzt? Ob Geisteswissenschaftler oder BWL-Studenten - mit einem Universitätsabschluss bestehen gute Chancen, einen Sprung in einen gut bezahlten Job zu schaffen. Auch wenn dieser je nach Studiengang und individuellem Profil länger dauern kann.

Die Arbeitslosigkeit nach dem Studium und der damit verbundene Druck, den Einstieg in die Berufswelt zu schaffen, können für manche nach zu langer Zeit eine Belastung sein. Kein Job nach dem Studium - Wie lange darf es dauern und wie viele Bewerbungen müssen geschrieben werden, bis sich das Studium wirklich gelohnt hat? Je nach individuellem Profil ergeben sich verschiedene Möglichkeiten des Berufseinstiegs oder der weiterführenden Qualifikation.

 

Vom Studienalltag ins Berufsleben - wie gelingt der Berufseinstieg?

In vielen Nachrichtenmagazinen erscheinen regelmäßig Artikel, die den schweren Berufseinstieg von Absolventen bestimmter Studiengänge beschreiben. Diese Schicksale wiegen schwer, doch spiegeln sie die Realität nur bedingt wieder. Der Einstieg in das Berufsleben kann mit etwas Flexibilität und einer guten Planung bei exotischsten Studiengängen gestaltet werden.
So ist der Anteil der Arbeitslosen Akademiker gering - 4,5 Prozent der Europäer mit hohem Bildungsabschluss waren im Jahr 2017 arbeitslos. Wer ein Studium besteht, hat bestimmte kognitiven Fähigkeiten bewiesen. Oft fehlt es Unternehmern lediglich an praktischer Erfahrung mit Uniabsolventen. Auch in Deutschland lohnt sich der akademische Abschluss: Mit einem Blick auf das Einkommen zeigt sich, dass mit einem Median von 2541,- Euro Absolventen der Universitäten zu den oberen 26 Prozent der Bevölkerung gehören.

Bis zu sechs Monaten kann die Suche dauern, ohne dass die Lücke im Lebenslauf zu groß erscheint. Doch was, wenn alle Versuche scheitern und sich kein Job nach dem Studium finden lässt?

Merkblatt - Arbeitslos nach dem Studium

Das Studium steht kurz vor dem Ende? Keine Panik! Diese Rechte genießen Studenten, egal ob Bachelor, Master oder ohne Abschluss.

Wann und wo arbeitslos melden?

Spätestenst nach der Exmatrikulation erfolgt die Meldung bei der Bundesagentur für Arbeit. Sobald ein Datum des Abschlusses feststeht, kann schon Kontakt mit der Bundesagentur für Arbeit aufgenommen werden.

Besteht ein Recht auf Arbeitslosengeld?

Wenn nicht über ein Jahr in die Rentenkasse eingezahlt wurde, besteht kein Recht auf ALG I. Nach dem Studium besteht allerdings Anspruch auf ALG II, auch Hartz IV.

Wer zahlt nach dem Studium die Krankenversicherung?

Die Krankenversicherung wird dann vom Staat gezahlt, wenn sich Bachelor und Masterabsolventen arbeitssuchend melden und der Antrag auf ALG II bewilligt wurde. Erfolgt dies nicht, muss die Krankenversicherung selbst bezahlt werden.

Muss man nach dem Studium jeden Job annehmen?

Nein. Ein Jobangebot muss laut § 2 SGB 2 zumutbar sein. In der Regel erfolgen darum Vorschläge, die zum Profil oder der letzten Anstellung passen. Wann ein Job zumutbar ist, muss dabei individuell geklärt werden.

Kein Job nach dem Studium - Überbrücken schafft Perspektiven!

Sich während des Studiums durch Praktika und Networking entsprechend zu positionieren, verbessert die Chancen, später einen direkten Einstieg ins Berufsleben zu finden.
Wer dies während des Studiums verpasst hat, muss später die Chancen nutzen - auch wenn während der Arbeitslosigkeit bestimmte Regularien zur Arbeitszeit berücksichtigt werden müssen, um nicht die Zuwendungen zu verlieren.

Praktika und Gemeinnützigkeit

Gemeinnützige Ämter und Praktika sind nun die Chance, mit dem sprichwörtlichen Bein in Unternehmen, Museen oder soziale Einrichtungen zu kommen. Praktika und gemeinnützige Tätigkeiten nach dem Studium unterliegen strengen Auflagen. Das Praktikum sollte beispielsweise Fähigkeiten vermitteln, die für das spätere Berufsleben und die Eingliederung in selbiges wichtig sind. Eventuelle Praktika sollten darum mit dem Jobcenter abgesprochen werden, um Sperren zu vermeiden.

Die Bundesagentur für Arbeit bietet grundlegende Informationen rund um das Thema Praktika.

Ausbildung nach dem Studium

Nicht wirklich ein Schritt zurück: Die beklagten praktischen Mängel des theoretischen Studiums können durch eine Ausbildung aufgeholt werden. Studenten genießen die Vorteile, die Ausbildung um bis zu ein Drittel - also z. B. von drei auf zwei Jahre - verkürzen zu können.
Die Ausbildung nach dem Studium eignet sich dabei als Erweiterung oder Neuorientierung.

Spezialisierung durch weiterführendes Studium

Bachelorstudenten, die lange keinen Job nach dem Studium finden, wird oft angeraten, sich mit einem Masterstudium weiter zu spezialisieren. Die Vorteile am Bachelor-Master-System bestehen schließlich darin, dass auch übergreifende Angebote bestehen. Ein Bachelor in Geschichte bedeutet also nicht, dass auf eine freie Stelle in einem Museum gehofft werden muss. So kann beispielsweise an einigen Universitäten im Anschluss ein übergreifender Master angestrebt werden, der die berufliche Qualifikation neu orientiert.
Die Studienberatung und die Bundesagentur für Arbeit helfen dabei, durch Spezialisierung besser für den Jobmarkt vorbereitet zu werden und die Chancen auf einen Job nach dem Studium zu steigern.

Fort- und Weiterbildung nach dem Studium

Aufstiegsfortbildungen eignen sich für den Fall, dass der Bachelorabschluss mit einem Master Professional auf Niveau 7 des DQR aufgebessert werden soll. Einige Berufsangebote sind direkt in Verbindung mit dem Absolvieren des Betriebswirts oder Technischen Betriebswirts ausgeschrieben.
Ein einjähriger Beruf in Wirtschaft oder Verwaltung kann schon dazu qualifizieren, die Zugangsvoraussetzungen zu einem entsprechenden Kurs zu erwerben. Auch ein Fachwirt kann als zusätzliche Qualifikation zum Bachelor den Horizont erweitern und die Chancen auf einen Beruf im oberen Teil der Unternehmenshierarchie verbessern.

Job zur Überbrückung

Umso länger die Arbeitslosigkeit, umso schwerer der Wiedereinstieg: Was wie ein Dogma klingt, bestätigt sich in der Praxis. Nach einem Jahr ohne eine geregelte Tätigkeit ist es schwer, sich wieder an einen geregelten Arbeitsrhythmus zu gewöhnen. Auch das Selbstwertgefühl leidet unter der langen Arbeitslosigkeit.
In einem Nebenjob oder Hauptberuf einer Tätigkeit nachzugehen, die keine höhere Bildung erfordert, klingt finanziell unattraktiv, doch ist es von Vorteil, einen Bezug zum Berufsleben, gute KollegenInnen und ein geregeltes Einkommen zu pflegen. Zudem bevorzugen Arbeitgeber die Einstellung, lieber einem Job nachzugehen, der nicht sehr gut zum Profil passt, als "einfach arbeitslos" zu sein.
Die berufliche Tätigkeit sorgt zudem dafür, dass man sich selbst nicht aufgibt und in ein Loch fällt, wie es mit einer langen Arbeitslosigkeit vorkommen könnte.

Vielleicht bietet ein Arbeitgeber auch bald eine lohnende Aussicht, mit der man vorher nicht gerechnet hätte.

Selbstständigkeit

Freelancer und Selbstständige sind stark vom eigenen Mindset abhängig. Moderne Möglichkeiten, auch dank des Universitätsabschlusses gut bezahlte Aufträge zu erhalten, einen eigenen Webshop aufzubauen o. Ä., erleichtern den Einstieg in die Selbstständigkeit. Einfach ist es dennoch nicht - von Krankenversicherung bis Selbstorganisation ist die Eigenverantwortung groß und das Modell der selbstständigen Tätigkeit nicht für jede Person geeignet.

Checkliste Berufseinstieg nach Studium

  • flexibel und proaktiv bleiben
  • in viele Richtungen orientieren
  • sich nicht selbst aufgeben
  • eventuell zweiten Bildungsweg anstreben
  • Praktika und Kurse wahrnehmen
  • Networking betreiben
  • Bewerbungsunterlagen up to date halten
  • Jobs zur Überbrückung nicht scheuen

Kein Job nach Studium? Hoffnung nicht aufgeben!

Der Berufseinstieg nach dem Studium ist für die Absolventen einiger Fachrichtungen nicht einfach. Das Studium kann sich dafür eignen, Perspektiven zu gewinnen, sich selbst kennenzulernen und mit der Zukunft im Blick sinnvolle Schritte in Richtung nahtloser Übergang von Studium zu Job zu absolvieren.
Allgemein empfiehlt es sich, schon während des Studiums Praktika und Nebenjobs wahrzunehmen, um sich durch gute Vernetzung Möglichkeiten offen zu halten, nicht bei null anfangen zu müssen.

Wurde diese Chance bereits versäumt und Absolventen konnten nicht schon während des Studiums an den richtigen Stellen von Ihren Fähigkeiten überzeugen, besteht auch nach dem Universitätsabschluss die Möglichkeit, dies zu tun.
Von der Werksstudentin, die einen direkten Übergang in den Job findet, bis zum Absolventen der exotischsten Studienfächer gilt: Die Arbeitslosigkeit unter Akademikern ist geringer als bei Bevölkerungsgruppen mit einem niedrigeren Bildungsstand. Mit Einfallsreichtum, Flexibilitätund offenen Augen bekommen alle einen Job, die sich proaktiv darum kümmern, in die Arbeitswelt einzutauchen.

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