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Meisterbonus und Aufstiegsbonus – besser jetzt bilden!

Meisterbonus und Aufstiegsbonus sind Prämien für das Bestehen der Fortbildungsprüfung und Gründung. Hier finden Sie Infos zur Höhe in den Ländern. Wie unterscheiden sich Meisterbonus I und Meisterbonus II? Wie hoch sind Meisterbonus und Aufstiegsbonus in welchem Bundesland?

 

 

Die deutsche Gesellschaft wird älter – bereits im Jahr 2018 lag der Altersdurchschnitt bei etwa 45 Jahren. Auch in Unternehmen spiegelt sich dies wieder. Auf eine/n Auszubildende/n im Alter von 16 Jahren kämen zwei 60-jährige, titelte beispielsweise das Magazin “Wirtschaftswoche” im Jahr 2017. Nun ist die ältere Gesellschaft an sich nichts Nachteiliges: Ältere Mitarbeiter sind erfahren, nicht weniger kompetent als der junge Nachwuchs, zum Lernen, Lehren und zur Höchstleistung seit Jahren in der Lage. Doch auch die leistungsstärksten Mitarbeiter wollen irgendwann ihre Rente genießen und damit geht eine massive Bedrohung für die deutsche Wirtschaft und das Handwerk einher.

Dr. Lothar Semper, stellvertretender Chefredakteur der Deutschen Handwerks Zeitung, wertet aktuelle Daten der KfW als problematisch für die Wirtschaft: Der Generationenwechsel beträfe in den nächsten Jahren 840.000 mittelständische Unternehmen, von denen 330.000 bereits die Stilllegung planten.
Der Meisterbonus oder Aufstiegsbonus soll diesem Trend entgegenwirken,die Zahl der Fortbildungs- und Meisterabsolventen steigern und so kurzfristig für Nachwuchs sorgen, indem die Entscheidung für den beruflichen Aufstieg erleichtert wird.
 

Meisterbonus und Aufstiegsbonus – Bildung jetzt!

Mit dem Meisterbonus und Aufstiegsbonus soll eine einmalige Förderung für das Bestehen der Prüfung als Anreiz dienen, einen Kurs zu absolvieren. Mit dem Meisterbonus gefördert werden Absolventen einer Aufstiegsfortbildung, welche die Prüfung einer Aufstiegsfortbildung auf Niveau 6 (Bachelorniveau) und Niveau 7 ( Masterniveau) des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) erfolgreich bestehen. Dabei gilt in den meisten Bundesländern, dass Abschlüsse, die von der IHK, HWK oder einer LWK verliehen werden, förderfähig sind. Es gibt noch keine einheitliche Regelung zur Förderung eines Kurses mit dem Meisterbonus. Auch die Bezeichnungen für den Meisterbonus variieren.

Hier finden Sie allgemeine Informationen zum Aufstiegsbonus und Meisterbonus der Förderdatenbank.
 

Meisterbonus und Aufstiegsbonus I

Absolventen einer Fortbildung zum Handwerks- und Industriemeister oder einer Fortbildung zum Fachwirt und Betriebswirt können diesen Bonus nach Bestehen der Prüfung erhalten. Der Bonus beträgt je nach Bundesland 1.000,00 bis 4.000,00 Euro. Auch weitere Prämien sind möglich, so bietet das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern erfolgreichen Prüflingen beispielsweise eine zusätzliche Prämie von 3.000,00 Euro, wenn diese zu den besten 50 Absolventen der Zunft gehören. Welche konkreten Fortbildungen mit dem Meisterbonus oder Aufstiegsbonus belohnt werden, kann sich zwischen den Bundesländern unterscheiden und mit dem Prüfungsdatum variieren.


Meisterbonus und Aufstiegsbonus II

Der Aufstiegsbonus II ist eine Förderung, die nach einer erfolgreich absolvierten Fortbildung. beispielsweise zum Meister, mit einer Unternehmensgründung einhergeht. Gefördert werden Gründungen für eine Vollexistenz, die Übernahme eines Betriebes, der Erwerb einer Beteiligung oder andere. Die Förderung mit Aufstiegsbonus II erfolgt nur dann, wenn es sich um Erstgründungen und ersten Erwerb handelt und vorher keine unternehmerischen Tätigkeiten auf dem Gebiet verzeichnet wurden. Auch beim Aufstiegsbonus II empfiehlt es sich, die aktuellen Modalitäten mit der verantwortlichen Kammer oder den Förderbanken zu klären – häufig gibt es Existenzgründungszuschuss-Modelle, die unter anderen Bezeichnungen beantragt werden können. Welcher Bonus gezahlt wird, kann variieren.


Übersicht - Aufstiegsbonus und Meisterbonus nach Bundesland

Bundesland | Meisterbonus oder Aufstiegsbonus I | Meistergründungsprämie oder Aufstiegsbonus II | weitere Informationen

Baden-Württemberg | 1.500,00 EUR | bis zu 10.000,00 EUR | HWK Heilbronn

Bayern | 2.000,00 EUR | Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie

Berlin | bis zu 15.000,00 EUR | HWK Berlin

Brandenburg | 1.500,00 EUR voraussichtlich bis Ende 2020 | bis zu 19.000,00 EUR | HWK Potsdam

Bremen | 4.000,00 EUR (Aufstiegsfortbildungsprämie) | IHK Bremen

Hamburg | 1.000,00 EUR | HWK Hamburg

Hessen | 1.000,00 EUR | Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen

Mecklenburg-Vorpommern | 2.000,00 EUR + 3.000,00 EUR für 50 beste Absolventen | IHK Rostock

Niedersachsen | 1.000,00 EUR | NBank

NRW | Meistergründungsprämie 7.500,- EUR | Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V.

Rheinland-Pfalz | Aufstiegsbonus ab 01.01.2020 2.000,00 EUR | 2.500,00 EUR | MWVLW Rheinland-Pfalz

Saarland | 1.000,00 EUR | HWK Saarland

Sachsen | 1.000,00 EUR | - | Sächsische Aufbaubank

Sachsen-Anhalt | 1.500,00 EUR | bis zu 10.000,00 EUR | Investitionsbank Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein | bis zu 10.000,00 EUR | Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH)

Thüringen | 1.000,00 EUR | bis zu 7.500,00 EUR |

Stand der Daten Januar 2021 – Leistungen sind an bestimmte Abschlüsse und Ereignisse gekoppelt, die von Bundesland zu Bundesland variieren. Es besteht nicht immer ein Rechtsanspruch auf die Auszahlung.


Welche Vorteile haben Meister auf dem Arbeitsmarkt?
 

Handwerk- und Industriemeister erfüllen wichtige Aufgaben in Schlüsselpositionen in Handwerk, Industrie und Wirtschaft. Als Meister treten Sie in die jahrhundertealte Tradition, welche für Qualität der Arbeit und Verantwortung bei der Ausbildung steht. Die Fortbildung zum Meister wird nach wie vor mit einer notwendigen Qualifikation verbunden, die für die Gründung eines Unternehmens erforderlich ist.

Meister übernehmen wichtige Aufgaben des Managements, bleiben dabei den handwerklichen und praktischen Fähigkeiten treu und verbinden Erfahrungswerte mit Techniken des modernen Managements und Fähigkeiten der Kalkulation. Als Ansprechpartner für Kollegen vermitteln sie zwischen Geschäftsleitung und Schichtarbeitern, überwachen die Sicherheit im Unternehmen und sind wichtige Ansprechpartner bei der Ausbildung von neuen Fachkräften. Für Unternehmen bedeutet der Meister im Unternehmen ein Gewinn, mit dem die Qualität und Ausbildung gesichert wird.

Industriemeister in Chemie, Elektrotechnik und Metall sowie Handwerksmeister erfreuen sich einer großen Beliebtheit am Arbeitsmarkt und profitieren auch finanziell von der Weiterbildung. Das Gehaltsteigt kurz nach der Qualifikation bereits um etwa 20 Prozent. Einige Meister freuen sich über Gehälter, die sich mit dem Einkommen von Ärzten vergleichen lassen.


Meisterbonus und Aufstiegsbonus nutzen

Die Boni für das Bestehen der Prüfung der Meister oder einer Fortbildung auf einer anderen Fortbildung auf Niveau 6 und 7 des DQR sind bisher Ländersache. Alle Interessierten, die vom beruflichen Aufstieg profitieren und als Meister ihren Wert am Arbeitsmarkt steigern wollen, sollten die guten Angebote der Förderung durch den Aufstiegsbonus nutzen. Große Unterschiede gibt es darum nach wie vor in der Höhe der Förderung und auch bei Fragen, wer von den Boni profitiert. In vielen Bundesländern können auch Boni für zurückliegende Prüfungen beantragt werden. Entscheidend sind oft der Wohnsitz oder der Standort der Kammer, die für die Prüfung verantwortlich ist.

In vielen Bundesländern gibt es zudem Gespräche, die Boni, die manchmal ausschließlich Meisterabsolventen zugänglich sind, auf Fortbildungslehrgänge anderer Kammern zu erweitern. Die Länder nutzen die Prämien, um Absolventen mit dem Interesse einer Gründung aus dem Bundesgebiet anzulocken oder zu binden. Angehende Meister, Industriemeister und Fachwirte sollten sich also darüber informieren, in welchem Bundesland die Karriere momentan besonders attraktiv ist. Ein bundesweiter Aufstiegsbonus und Meisterbonus ist durchaus denkbar. Wann es eine bundesweite Lösung zum Meisterbonus oder Aufstiegsbonus gibt, ist noch nicht absehbar.