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Weiterbildung nach Ausbildung

Warum nach der Ausbildung weiterbilden? Welche Möglichkeiten der Weiterbildung gibt es? Und welche passt zum Ausbildungsberuf? Fort- und Weiterbildung sind beliebt: Etwa 7,4 Millionen berufliche Weiterbildungen verzeichnete das Statistische Bundesamt im Jahr 2019. 

Arbeitnehmer schätzen Weiterbildungen aufgrund interessanter Aufgaben, steigender Gehälter und einer Verbesserung des Lebensgefühls durch hohes Ansehen für den beruflichen Status.

 

 

Vorteile gibt es auf beiden Seiten: Wichtige Fachkräfte für das Management gezielt im eigenen Haus ausbilden - genau auf die Bedürfnisse abgestimmt - mehr als 77 Prozent der Unternehmen in Deutschland profitieren davon, dass Mitarbeiter sich weiterbilden. Zu den beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen zählen die Aufstiegsfortbildung und die Anpassungsweiterbildung.

Auch unterscheidet man zwischen betrieblichen und außerbetrieblichen bzw. schulischen Weiterbildungen. Doch wann ist man qualifiziert, um sich zur nächsten Stufe weiterzubilden? Welche Voraussetzungen müssen vorhanden sein und auf welche Anforderungen müssen sich Azubis gefasst machen?

 

Weiterbildung nach Ausbildung – reif für Meister, Fachwirt und Co.?

Das Thema der Weiterbildung rückt immer mehr in den öffentlichen Fokus. Die Beliebtheit der Weiterbildungen steigt stetig, denn das Gehalt kann um 20 bis 60 Prozent verbessert werden und auf das Niveau der Berufe mit Studienabschluss angehoben werden.

Auch die Förderungen für die Teilnahme und das Bestehen einer Weiterbildung machen die Entscheidung, sich nach der Ausbildung weiterzubilden, immer attraktiver.

Häufig genannte Vorteile im Vergleich zu einem Studium sind

  • persönliche Betreuung der Teilnehmer,
  • mittlerer Schulabschluss und Ausbildung als Zugangsvoraussetzung,
  • praktische Orientierung der Themen,
  • gute Vereinbarkeit mit dem Beruf,
  • flexible Zahlungsmöglichkeiten und
  • einheitliche Standards dank IHK, HWK.

Auch die Bestehensquoten der Weiterbildungen überzeugen. Laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bestanden im Jahr 2019 mehr als 72 Prozent die Fortbildungsprüfung im ersten oder zweiten Anlauf. An Universitäten sind es laut älteren Zahlen des DZHW dagegen 68 Prozent der Bachelor studierenden, die den akademischen Studiengang beenden - an Fachhochschulen noch einige mehr.

Aufstiegsfortbildung, Anpassungsweiterbildung, inner- und außerbetriebliche Weiterbildung: Wo ist der Unterschied?

Definition Weiterbildung und Fortbildung

Allgemein ist bei allen Maßnahmen zur beruflichen Verbesserung oder Veränderung von einer Weiterbildung die Rede. Ziele und Ort der Maßnahme machen allerdings einen wichtigen Unterschied für das Ziel der Maßnahme. Welche Arten der Weiterbildung gibt es?

Innerbetriebliche Weiterbildung: Bei dieser Form erfolgt die Schulung im Unternehmen. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn IT-Verantwortliche das neue Wirtschaftssystem vorstellen oder ein externer Anbieter im Unternehmen neue Techniken, Verkaufsstrategien oder andere relevante Sachverhalte vermittelt.

Außerbetriebliche / Schulische Weiterbildung: Diese Arten der Weiterbildung werden nach der Ausbildung interessant. Außerbetriebliche und schulische Weiterbildungen werden in Bildungsträgern oder Schulen durchgeführt. Bei diesen Maßnahmen wird zwischen Anpassungsweiterbildung und Aufstiegsfortbildung unterschieden.

Anpassungsweiterbildung: Um Wissen auf den aktuellen Stand zu bringen, sind Anpassungsweiterbildungen das richtige Werkzeug. Eine Veränderung des Niveaus nach Deutschem Qualifikationsrahmen (DQR) erfolgt dabei in der Regel nicht. Anpassungsweiterbildungen eignen sich vor allem für ältere Arbeitnehmer oder um die Chancen auf dem Jobmarkt zu verbessern.

Aufstiegsweiterbildung / Fortbildung: Diese Form der Weiterbildung ist nach der Ausbildung und für den Aufstieg auf der Karriereleiter am interessantesten. Mit der Aufstiegsweiterbildung wird der berufliche Aufstieg in der Unternehmenshierarchie und die Verbesserung des Niveaus nach Deutschem Qualifikationsrahmen ermöglicht.

Aufstiegsfortbildungen nach der Ausbildung bringen Absolventen zunächst auf das Bachelorniveau “Bachelor Professional” und später auf das Masterniveau “Master Professional”. Je nach Berufsfeld eignen sich verschiedene Aufstiegsfortbildungen.

Die Bezeichnungen Aufstiegsweiterbildung und Fortbildung bezeichnen Bildungsmaßnahmen zur Verbesserung der Qualifikation auf DQR.

Welche Weiterbildung passt zum Beruf?

Welche Weiterbildung nach einer kaufmännischen Ausbildung? Wann eignet sich die Weiterbildung zum Techniker? Und in welchen Berufen kann ein Meister absolviert werden? Auf Berufe.net, dem Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit, finden Sie alle relevanten Weiterbildungen und Fortbildungen für Ihren Ausbildungsberuf.

Geben Sie dafür Ihren Beruf in das Suchfeld ein und finden Sie unter dem Reiter “Perspektiven” alle Weiterbildungen nach Ihrer Ausbildung.

Niveau gewinnt

Das System der Weiterbildungen baut aufeinander auf und ist im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) zu verorten. Die Stufen des DQR werden als Niveaus oder auch Level bezeichnet. Auf diesen werden die Abschlüsse anhand der Anforderungen des Berufs eingeordnet.

Die dreijährige duale Ausbildung befindet sich in der Regel auf Niveau 4 des DQR. Die Aufstiegsweiterbildung “Bachelor Professional“, wie zum Fachwirt, Meister, Techniker, und das akademische Bachelorstudium liegen auf Niveau 6 des DQR. Und die Aufstiegsweiterbildung “Master Professional“, wie zum Betriebswirt, und das akademische Masterstudium sind auf Niveau 7 des DQR zu verorten.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Deutschen Qualifikationsrahmen.

Anforderungen der Weiterbildung

Die Weiterbildung ist nicht einfach und erledigt sich nicht ohne Anstrengung. Um die hohen Anforderungen auf Bachelorniveau nach der Ausbildung zu meistern, müssen Absolventen viel lernen, dem Unterricht aktiv folgen, Hinweise der Verantwortlichen befolgen, viel lernen und sich selbstständig Wissen aneignen.

Die Zugangsvoraussetzungen einer Weiterbildung sind mit:

  • mittlerem Schulabschluss oder Abitur,
  • abgeschlossener Ausbildung und
  • genug Berufserfahrung vollständig vorhanden.

Um einen etwa zweijährigen berufsbegleitenden Weiterbildungs-Kurs zu beginnen, muss in der Regel nicht lange gewartet werden. Die Berufserfahrung als Voraussetzungen der Teilnahme an einer Prüfung zum Meister oder Fachwirt kann während der berufsbegleitenden Maßnahme gesammelt werden.

Ein nahtloser Übergang von Ausbildung in die Weiterbildung ist somit denkbar.

Das Bachelorniveau wird mit den nötigen Voraussetzungen für bestimmte Aufgaben im Unternehmen verbunden. Dazu gehören je nach Weiterbildung:

  • die Führung oder Ausbildung von Personal,
  • Managementaufgaben, komplexe Problemlösungsstrategien,
  • Analyse und Auswertung abstrakter Vorgänge und
  • mehr Verantwortung und Abwechslung

Bachelor Professional – Weiterbildung nach Ausbildung

Als Bachelor Professional verstehen sich Weiterbildungen auf der nächsten Stufe nach der Ausbildung. Dazu gehören Fachwirte, geprüfte Facharbeiter (IHK), Meister, Industriemeister und Techniker.

Weiterbildungen im wirtschaftlichen Bereich:

Weiterbildung im Handwerk oder nach der Ausbildung in Industrieunternehmen:

Master Professional – Weiterbildung nach der Weiterbildung

Ist der Bachelor Professional absolviert und es besteht die Lust, noch mehr zu lernen und beruflich weiter aufzusteigen, eignet sich die Weiterbildung zum Master Professional bzw. Betriebswirt als nächster Schritt.

Weiterbildung sichert Erfolg

Schon reif für den Meister, den Fachwirt oder Betriebswirt? Das ist keine Frage des Alters oder der Jahre im Unternehmen. Dank der gut organisierten, anerkannten Aufstiegsweiterbildungen können sich häufig schon frische Azubis für die Kurse anmelden und lernen dort alles, was sie für die neuen und spannenden Aufgaben benötigen.

Zugleich können auch erfahrene Mitarbeiter nach Jahren der Arbeit von den Weiterbildungskursen profitieren. Um nach der Ausbildung eine Weiterbildung zu beginnen, benötigen Sie nur den Willen, sich beruflich zu verbessern und genug Motivation, sich die Lerninhalte anzueignen.

Die guten Bestehensquoten sind ein Beweis, dass die Aufgabe zwar groß, aber durchaus zu bewältigen ist. Azubis und Facharbeiter, die nach der Ausbildung an einer Weiterbildung interessiert sind, können bei uns kostenlos ein Infopaket anfordern.