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Weiterbildung und Fortbildung in der Altenpflege - Chancen mit der kaufmännischen Laufbahn

Die Zustände und Einkommensunterschiede in der Altenpflege sind alarmierend. Mit Weiterbildung und Fortbildung kann der harte Arbeitsalltag abwechslungsreicher gestaltet werden.

Mehr als vier Millionen pflegebedürftige Senioren in Deutschland, Fachkräftemangel, verheerende Arbeitsbedingungen – So kann Fortbildung Ihnen eine bessere Zukunft in der Altenpflege sichern. Sie desinfizieren sich an einigen Tagen mehr als 50 Mal die Hände, wenn zwischen der Betreuung der Bewohner eines Altenheimes die nötigen Hygienevorschriften eingehalten werden, sind für die Pflege und als Seelsorger ein Ansprechpartner - häufig im Kampf gegen die Zeit. 

Der Arbeitsalltag der Pflegekräfte in Deutschland ist hart. Was während der Coronapandemie auch der Öffentlichkeit deutlicher wurde als je zuvor: Der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass die vorgeschriebenen Betreuungszeiten pro pflegebedürftiger Person manchmal schwer bis unmöglich einzuhalten sind und auch, dass die Pflegekräfte häufig am physischen und psychischen Limit arbeiten. Zwar verdienen nach offiziellen Angaben Pflegekräfte im deutschen Vergleich der Top-Ausbildungsberufe gut, doch muss man in der Praxis zwischen den verschiedenen Bildungsgraden und Einkommen unterscheiden.

Bildung ist ausschlaggebend dafür, was eine Hilfskraft, ausgebildetes Pflegepersonal und ein/eine Altenpfleger/-in nach Fortbildung als Gesundheits- und Sozialfachwirt/-in verdienen. Hier finden Sie Informationen, wie auch Sie mit einer Fortbildung der IHK Chancen auf eine Verbesserung des Berufsalltags und der Lebensqualität erzielen.

Beruflicher Aufstieg und Karriere: Fortbildung für Altenpfleger/-innen

Mehr als 4 Millionen pflegebedürftige Senioren und Seniorinnen leben laut Statistischem Bundesamt 2021 in Deutschland. Diese Tendenz steigt, denn die Gesellschaft wird immer älter. Nach Informationen des NDR gab es im selben Jahr auf 1.636 offene Stellen nur 307 Arbeitslose mit passender Qualifikation - allein in dem Bereich der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen.

Zudem denken aufgrund der immensen Belastungen der Coronapandemie immer mehr Pfleger und Pflegerinnen daran, die Abteilung oder Einrichtung zu wechseln oder den Beruf sogar komplett an den Nagel zu hängen. Auch stelle man fest, so weiter, das junge Pflegekräfte nach der Ausbildung verheizt würden.

Ob mit oder ohne Einschreiten in der Politik: Qualifiziertes Personal ist gefragt und besonders leitende Angestellte sind in diesem Szenario wichtig, sei es um Fachkräfte auszubilden oder sich selbst einen abwechslungsreicheren Job mit besserem Einkommen zu sichern.

Von der Ausbildung bis zur Fortbildung: Pflege, Bildung und Gehalt

Chancen auf beruflichen Aufstieg werden durch berufliche oder schulische Bildung verbessert. Den verschiedenen Anforderungsbereichen oder Qualifikationsstufen von der schulischen bis zur gehobenen beruflichen Laufbahn setzt der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) klare Niveaus zum Vergleich der Fähigkeiten entgegen:

  • Nach einer Ausbildung in der Pflege verfügen Sie über eine Qualifikation auf Niveau 4 des DQR.
  • Mit der ersten Aufstiegsfortbildung erklimmen Sie die Stufe 6 (auf gleicher Stufe befindet sich der akademische Bachelor). 
  • Im Anforderungsbereich beweisen Sie Ihre Fähigkeiten, Führungs- und Managementaufgaben zu übernehmen. 
  • Die Industrie und Handelskammer ist wie bei vielen anderen Fortbildungen dafür verantwortlich, die Eignung einheitlich zu prüfen.

Laut IHK und DIHK Fortbildungsstatistik bestanden im Jahr 2020 von 1.713 Prüflingen für den Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen 1.351 die Prüfung.

Fortbildung, Anforderungsniveaus und Gehalt in der Altenpflege

Auszubildende in der Altenpflege

Die Ausbildung in der Altenpflege erfolgt in schulischer Form. Neben der theoretischen Ausbildung in der Pflegeschule besteht in jedem Teil der Ausbildungsdrittel ein praktischer Teil der Bildung in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder der ambulanten Pflege.

Ein mittlerer Schulabschluss genügt, um die Ausbildung zu beginnen. Während der Ausbildung werden laut Berufenet der Bundesagentur für Arbeit etwa 2.500 Stunden praktischer und 2.100 Stunden theoretischer Ausbildung absolviert. Eine staatliche Prüfung erfolgt zum Ende der Ausbildung.

Gehalt während der Ausbildung Altenpfleger/-in

Die Vergütung während der Ausbildung erfolgt anhand des Ausbildungsjahres. Schon für Auszubildende ist eine staatliche Einrichtung oder eine Einrichtung, die nach Tarif zahlt, erstrebenswert. Die Vergütung während der Ausbildung zum/-r Altenpfleger/-in im öffentlichen Dienst:

  1. Ausbildungsjahr: 1.166,00 EUR
  2. Ausbildungsjahr: 1.227,00 EUR
  3. Ausbildungsjahr: 1.328,00 EUR

(Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

Eine Förderung der Ausbildung kann in Form von BAföG oder BAB beantragt werden.

Altenpfleger und Altenpflegerin

Mit dem Bestehen der Ausbildungsprüfung befinden Sie sich als Altenpfleger/-in auf Niveau 4 des DQR und des europäischen Pendants, dem EQR.

Das Berufsfeld ist fordernd. Neben den medizinischen Aspekten der Pflege besteht auch ein sozialer und emotionaler Anspruch an die Altenpfleger/-innen. Als Gesprächspartner und Seelsorger der Pflegebedürftigen nehmen Sie eine wichtige Stellung im Leben der pflegebedürftigen Personen ein.

Gehalt als Altenpfleger/-in

Ob das Gehalt im Vergleich zu anderen Berufen den Aufgaben angemessen ist? Für eine Person außerhalb der Pflege ist es vermessen, dies zu beurteilen. In der theoretischen Ermittlung der Werte nimmt das Gehalt der Pflegeberufe etwa Platz 22 der Berufe ein, für die keine Ausbildung erforderlich ist.

Gehalt Altenpfleger/-in: 2.760,00 EUR bis 3.639,00 EUR, Median: 3.174,00 EUR

Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit ist das Gehalt im gesamtdeutschen Vergleich aller Berufe gut: Das Durchschnittsgehalt in Deutschland beträgt 2.503,00 EUR brutto pro Monat. Doch leider kann es zwischen den Bundesländern und aufgrund des Alters zu starken Gehaltsschwankungen kommen.

Andere Ergebnisse gibt es beispielsweise von der Hans Böckler Stiftung: Laut dieser beträgt das Durchschnittsgehalt 2017 etwa 85 Prozent aller Mediangehälter. Besonders alarmierend ist auch heute noch das Gehalt der Vollzeit Hilfskräfte in Altenheimen: Das untere Fünftel der Hilfskräfte verdient etwa 1.500,00 Euro brutto – und im Durchschnitt noch immer weniger als 2.000,00 Euro.

Der Vergleich zeigt hier deutlich, welchen Einfluss die Bildung auf das Gehalt einnimmt: Das untere Fünftel der Hilfskräfte in der Altenpflege verdient im Vergleich zu den Werten des Arbeitsamtes weniger als die Hälfte des Medians der Altenpfleger/-innen nach Ausbildung.

Aufstiegsfortbildung Fachwirt/-in Gesundheits und Sozialwesen

Nach einer Aufstiegsfortbildung als IHK Fachwirt/-in im Gesundheits- und Sozialwesen befinden Sie sich auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens. Vergleichbar ist dieser mit dem akademischen Bachelorabschluss.

Die Aufstiegsfortbildung der IHK stellt eine Besonderheit in den Perspektiven der Altenpfleger/-innen vor. Neben den typischen Weiterbildungen im Fachbereich der Pflege stellen Fachwirte/innen für Gesundheits und Sozialwesen (IHK) ein Bindeglied zwischen dem Pflegeberuf und kaufmännischen Anforderungen dar. Im Arbeitsalltag sind Sie nun bereit, neue Aufgaben zu übernehmen, die Sie je nach Stellenbeschreibung und Karrieresprüngen von den harten Aufgaben des Pflegealltags entbinden.

Als Fachwirt/-in für Gesundheits- und Sozialwesen übernehmen Sie Management und Führungsaufgaben und sind für die folgenden Bereiche im kaufmännischen und verwaltenden Bereich verantwortlich:

  • Strategien einer nachhaltigen Unternehmensführung
  • Kostenrechnungen, Finanzierungspläne für Investitionsvorhaben
  • Arbeitsabläufe und Kommunikationsprozesse optimieren
  • Steuerungs- und Kontrollinformationen für die Geschäftsleitung
  • Maßnahmen des Qualitätsmanagements
  • Projektarbeit und Teamarbeit planen, überwachen, umsetzen
  • Personalbeschaffung, -führung, -entwicklung und -beurteilung
  • Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter/innen
  • Grundlage von Marktanalysen Marketingziele benennen und umsetzen
  • Sozialgesetzgebung und Gesundheits- und Sozialpolitik
  • Öffentlichkeitsarbeit

Ihre Vorteile auf einen Blick:

  • beruflicher Aufstieg mit IHK-Zertifikat
  • bis zu 20 Prozent höheres Gehalt direkt nach Weiterbildung
  • Aufgaben mit Führungs- und Managementcharakter
  • Tätigkeit auf Bachelorniveau
  • Aufstieg in Unternehmenshierarchie
  • hohes Ansehen in Berufs- und Privatleben
  • Studienzugangsberechtigung mit Weiterbildungsabschluss
  • Kurse sind förderfähig (Aufstiegs-BAföG)
  • hohe Flexibilität: Kurse berufsbegleitend und live-online

Das Gehalt nach der Fortbildung beträgt:

im öffentlichen Dienst / nach Tarif: 3.125,00 EUR bis 4.476,00 EUR*

Laut Entgeltatlas: 2.576,00 EUR bis 4.333,00 EUR, Median: 3.296,00 EUR*

Einfluss auf diese Daten haben auch Verdienste von Fachwirten in sozialen Einrichtungen – eine Laufbahn, die mit der Aufstiegsfortbildung ebenfalls als möglicher Karriereweg eröffnet wird.

*Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Fortbildung Altenpflege: Karrierechancen und Aufstieg

Eine Weiterbildung in der Altenpflege öffnet Ihrer Karriere Tür und Tor, um sich in den kaufmännischen Bereich weiterzuentwickeln. Dadurch erhalten Sie Abwechslung vom Pflegealltag oder können die Art Ihrer Tätigkeit sogar komplett verändern. Mit dem Erhalt der Studienzugangsberechtigung sind Sie unabhängig des Schulabschlusses für ein akademisches Studium an deutschen Hochschulen qualifiziert.

Die Aufstiegsfortbildung und Weiterbildung in der Altenpflege verbessert Ihre Chancen für berufliche Veränderungen und den Aufstieg. Schon nach der Ausbildung können Sie mit berufsbegleitenden Kursen beginnen und parallel zu den flexiblen live-online-Fortbildungen die nötige praktische Erfahrung für die Prüfung sammeln.

85 Prozent aller erfolgreichen Aufsteiger würde sich laut IHK-Weiterbildungserfolgsumfrage wieder für die berufliche Weiterbildung mit der IHK entscheiden.