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Ausbildung als Speditionskaufmann - Karriere als Industriefachwirt oder Meister

Sendungen planen, organisieren und nachverfolgen – die Ausbildung zum/r Speditionskaufmann/frau verspricht gute Berufsaussichten und eine Karriere durch Weiterbildungen zum Fachwirt oder Meister. Wie profitieren Speditionskaufleute von der Weiterbildung und welche Gehaltsunterschiede gibt es?

Speditionskaufmann und -frau sind Spezialisten für den Transport von Waren. In verschiedenen Branchen und bei Dienstleistern übernehmen sie alle Aufgaben, die mit der Organisation von der Abholung einer Ware in einem Lager bis zur Anlieferung beim Kunden entstehen. Zu Land, Wasser und in der Luft bieten sich den Speditionskaufleuten viele Möglichkeiten, Waren rund um die Welt zu versenden und dabei natürlich Abläufe für die Umwelt und die Effizienz zu optimieren. Wer bereit für mehr ist, kann nach der dualen Ausbildung durch eine IHK-Weiterbildung die Karriereleiter erklimmen und das Gehalt dank Führungs- und Managementaufgaben verbessern.

Welche Weiterbildungen eignen sich für Speditionskaufmann und Speditionskauffrau? Was bieten berufsbegleitende Weiterbildungen und welche Vorteile bringt der berufliche Aufstieg mit sich?

Speditionskaufmann/-frau: Weiterbildung als Karrieresprungbrett

Deutschlands Anteil am Welthandel ist groß. 87 Millionen Tonnen Containerfracht wurden 2020 allein am Hamburger Hafen umgeschlagen. Die Bundesrepublik Deutschland schaffte es 2019 laut Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Platz drei der Handelsnationen. Sowohl bei den Importen mit 1.581 Milliarden US-Dollar als auch bei den Exporten mit 1.805 Milliarden US-Dollar ließ das Land in der Mitte Europas auch Japan und Großbritannien hinter sich.

Gute Arbeit der Speditionskaufleute hat an diesen Daten einen wichtigen Anteil. Denn ohne die Arbeit der Speditionskaufmänner und -frauen würde auf Straßen, Schienen, zu Wasser und in der Luft nicht so viel nach Plan laufen. In der dreijährigen dualen Ausbildung der IHK werden die angehenden Speditionskaufleute auf alles vorbereitet und können sich neben guten Berufsaussichten in allen Branchen auch über Aufstiegschancen durch eine Weiterbildung freuen.

Ausbildung und Beruf Speditionskaufmann/-frau

Mit einem Realschul- oder Gymnasialabschluss, guten Noten in Mathe, Geografie und in Englisch haben Bewerber gute Chancen, in einem Unternehmen angenommen zu werden. Die duale Ausbildung vermittelt drei Jahre lang das Fachwissen, das die Absolventen für die Planung des Warentransportes eines Unternehmens benötigen. Dafür erfolgt die Ausbildung in der Berufsschule und im Ausbildungsunternehmen.

Zu den Inhalten der Ausbildung gehören:

  • Gesetzestexte und Dokumente
  • Beschaffung
  • Marketing
  • Controlling
  • Geografie
  • Fremdsprache Englisch

 

In Unternehmen lernen die Azubis alle praktischen Aspekte des Berufes. Dazu gehören alle Fertigkeiten, die in den Büros der Speditionen oder der Unternehmen vieler Branchen:

 

  • der Umgang mit Kunden und Vertragspartnern
  • moderne Unternehmenskommunikation
  • Nutzung der Warenwirtschaftssysteme
  • Verwendung relevanter Computerprogramme
  • Tourenplanung und andere

Das Gehalt während der Ausbildung Speditionskaufmann/-frau

Mit einem Einstieg in die Ausbildung ab dem 01.01. 2020 regelt das Berufsbildungsgesetz das Mindestgehalt der Azubis. Aktuell beträgt die Ausbildungsvergütung für Kaufmann/-frau - Spedition- und Logistikdienstleistung etwa:

1. Ausbildungsjahr: 650,00 EUR bis 1.000,00 EUR

2. Ausbildungsjahr: 750,00 EUR bis 1.070,00 EUR

3. Ausbildungsjahr: 850,00 EUR bis 1.100,00 EUR

Gehalt Speditionskaufmann/-frau nach Ausbildung: ca. 3.250,00 Euro

Quelle: Berufenet der Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas

Weiterbildung als Speditionskaufmann/-frau für beruflichen Aufstieg

Nach der dreijährigen Ausbildung als Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung befinden Sie sich auf Niveau 4 des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR) als Fachkraft sind Sie im Unternehmen vor allem in einer ausführenden Position tätig. Dabei lösen Sie Aufgaben nach Anleitung oder finden auch selbstständig zu Lösungen, die Sie mit bekannten Werkzeugen und Methoden erreichen. Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen kommunizieren viel. Schließlich gilt es zwischen Abholung der Ware an einem Lager oder beim Hersteller bis zur Entladung viel zu planen, optimieren und auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren. 

Um beruflich und in der Unternehmenshierarchie aufzusteigen, das Gehalt und Ansehen sowie das Niveau der Arbeit zu steigern, bieten sich als Weiterbildungsmöglichkeiten für Speditionskaufmänner und -frauen der Industriefachwirt (IHK) und der Logistikmeister (IHK) als nächster Schritt auf der Karriereleiter und auf Niveau 6 des DQR an.

Weiterbildung zum Logistikmeister für Speditionskaufmann/-frau

Schon nach einer abgeschlossenen Ausbildung haben Sie sich für einen Weiterbildungskurs qualifiziert. Für die IHK-Prüfung zum Logistikmeister benötigen Sie:

  • abgeschlossene duale Ausbildung im kaufmännischen oder administrativen Bereich und
  • Erfahrung im einschlägigen Beruf


oder alternativ

  • fünfjährige Erfahrung im einschlägigen Beruf und
  • Berufs- und arbeitspädagogische Leistung

 

Als Logistikmeister übernehmen Sie die wichtige Aufgabe der Ausbildung, sind als Bindeglied zwischen Fachkräften und Management tätig und überwachen die Sicherheit im Unternehmen. Dabei übernehmen Sie Führungsaufgaben, leiten Mitarbeiter an, sind Ansprechpartner und übernehmen viel Verantwortung im Unternehmen. Als Logistikmeister wird Ihr Tätigkeitsfeld um Aufgaben in Lager und Logistik erweitert.

Nach der IHK-Weiterbildung als Logistikmeister/in für Speditionskaufmann/-frau besteht ihr Tätigkeitsfeld aus:

  • logistische Konzepte unter Einhaltung wirtschaftlicher Vorgaben entwickeln
  • den Transport und Versand von Waren organisieren und kontrollieren
  • Warenbestände kontrollieren und für sachgerechte Lagerung sorgen
  • für die Einhaltung gesetzlicher Lager- und Transportvorschriften sorgen
  • die Einhaltung von Sicherheits-, Unfallverhütungs- und Umweltschutzbestimmungen sicherstellen
  • Arbeitsanweisungen erstellen und Mitarbeiter bei schwierigen Aufgaben anleiten
  • den Personalbedarf und -einsatz planen und organisieren

Weiterbildung zum Industriefachwirt für Speditionskaufleute

Die Weiterbildung zum Industriefachwirt eignet sich für Sie, wenn Sie die folgenden Zugangsvoraussetzungen erfüllen:

  • abgeschlossene duale Ausbildung im kaufmännischen oder administrativen Bereich und 
  • Erfahrung im einschlägigen Beruf


oder alternativ:

  • vierjährige Erfahrung im einschlägigen Beruf

Der Abschluss einer kaufmännischen Ausbildung verspricht große Erfolge, da die Weiterbildung zum Fachwirt der IHK auf dem Wissen der dualen Ausbildung aufbaut.Nach der Weiterbildung, die auch berufsbegleitend in einem Jahr absolviert wird, freuen Sie sich auf interessante neue Aufgaben mit Management-Charakter. Dazu gehören Führungsaufgaben und die Betreuung von Projekten, die unter der Anleitung von Mitarbeitern gelöst werden. Auch als Abteilungsleiter in einem Beruf vieler Branchen des kaufmännischen Bereiches können Sie tätig werden.

Nach der IHK-Weiterbildung als Industriefachwirt/in für Speditionskaufmann/-frau besteht ihr Tätigkeitsfeld aus:

  • erkennen und beurteilen betrieblicher Zusammenhänge
  • qualifizierte Aufgaben in kaufmännischen Abteilungen
  • Führung von Mitarbeitern
  • Mitwirken bei beruflicher Bildung der Mitarbeiter

Der Industriefachwirt unterscheidet sich dabei vom Wirtschaftsfachwirt dadurch, dass die Orientierung der Fachkenntnisse in der Weiterbildung auf Ihren Erfahrungen in der Industrie aufbauen. Prinzipiell könnten Sie sich je nach Unternehmen und Karriereplanung auch für einen Wirtschaftsfachwirt entscheiden.

Gehalt für Speditionskaufleute vor und nach Weiterbildung

Gehalt Kaufmann/-frau - Spedition und Logistikdienstleistung: ca. 3.250,00 EUR

Gehalt Logistikmeister/in: 3.800,00 EUR bis 4.750,00 EUR

Gehalt Fachwirt/in – Industrie: 3.420,00 EUR bis 6.150,00 EUR

Die Höhe des Gehalts ist stark von Zusatzqualifikationen, dem Verantwortungsbereich und Erfahrung abhängig. Als Logistikmeister können Sie Ihr Gehalt beispielsweise durch eine Weiterbildung zum Gefahrgutbeauftragten steigern. 

Das Fachwirt-Gehalt von bis zu 6.150,00 EUR ist auf einem Niveau angesiedelt, das etwa dem Gehalt der nächsthöheren Weiterbildung zum Betriebswirt auf Niveau 7 des DQR entspricht.

Quelle: Entgeltatas der Bundesagentur für Arbeit, eigene Recherchen.

Berufliche Weiterbildung Fachwirt und Meister – Rückmeldungen positiv

Teilnehmer der IHK-Weiterbildungen loben die persönliche Betreuung und die praktische Orientierung der Aufgaben. Gemeinsam mit der Ausbildung wird der Wirtschaftsstandort Deutschland auch in Zukunft erfolgreich bleiben. Mit dem Ausblick auf die Weiterbildung bieten sich viele Chancen, sich beruflich zu verbessern und die positive Rückmeldung im Beruf und auch im Privatleben zu genießen.

Einfach ist die Weiterbildung auf Bachelorniveau nicht. Deutschlandweit sind die Zahlen allerdings vielversprechend. Im Jahr 2019 bestanden 1.083 Industriefachwirte von 1.349 IHK-Prüfungsteilnehmern in ganz Deutschland. Von 1.777 Prüflingen zum Fachmeister Logistik waren 1.189 Prüflinge erfolgreich.

Wenn auch Sie motiviert sind, Ihrem leben einen neuen Anstrich und der Karriere einen Aufschwung zu geben, können Sie vom flexiblen und berufsbegleitenden Weiterbildungs Angebot für Speditionskaufmann und -frau profitieren.

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